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Theater 2016 Drucken E-Mail
Montag, 11. Januar 2016
Filmriss beim "Frühlingserwachen"
Auch im 67. Jahr erfreut die Theatergruppe des Sportvereins Kirchzarten die Besucher im ausverkauften Kurhaus.

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"Do machsch ebbis mit, mid däne Männer. Über d’Nacht verrecke sogar dieni Primele." Rosemarie Aumüller (Heidi Mühl) und Nachbarin Irmgard Dürr (Karola Engesser) sagten gleich zu Beginn des von der Theatergruppe des Sportvereins Kirchzarten im ausverkauften Kurhaus aufgeführten Stücks "Frühlingswachen", was sie von ihren besseren Hälften hielten.
Doch als die Männer dann völlig geschafft nach Büroschluss vom Amt heimkamen, wo es "wie im Taubenschlag" zugegangen sei – von drei Besuchern auf dem Flur seien zwei wieder nach Hause geschickt worden – verwöhnten sie die Göttergatten Hans-Peter Aumüller (Martin Zipfel) und Ernst-Wolfgang Dürr (Klaus Zipfel) mit Fußbad und Kaffee. Wenn’s dabei nicht schnell genug ging, fragten beide unisono: "Worum hab i dich g’hiratet?"

Und dann nahm das Schicksal im Hof beider Nachbarn in Kirchzartens Innerort seinen dramatischen Lauf. Aus einem beim Metzger Föhrenbacher belauschten Telefongespräch wussten die beiden benachbarten "Schwestern in Rosa" Ulrike (Helena Fuss) und Margareta Henneberger (Andrea Schwär), dass sich ein "Herr Bischof" und ein "Herr Küster" in einer freien Wohnung neben den Paaren für vier Urlaubswochen einmieten wollten.

Für einen "Bischof" müsse ein würdevoller Empfang vorbereitet werden – Hans-Peter und Ernst Wolfgang gründeten dazu die "Soko Vatikan". Die mit Sekt und dem Lied vom "Chianti-Wein" empfangenen Stefan Bischof (Markus Beck) und Klaus Küster (Winnie Trenkle) kamen mit Motorrädern und entpuppten sich als tätowierter Rockerverschnitt. Jede Nacht ging mit AC/DC und Helene Fischers "Atemlos" der Punk ab. Stimmung kam ins Beziehungsleben der acht Akteure, als nachts zwei große Damenunterhosen, wie sie auf "Lorenzi-Märkten" zu kaufen sind, im Maibaum hingen und die Damen und Herren unterschiedlichste Erfahrungen mit Bischof und Küster und viel Alkohol mit Filmriss gemacht hatten. Rosemarie zu Irmgard: "Isch mir schlächt. Hämmer ebbis Falsches g’esse?" – "Nai, eher trunke." Hans-Peter fragt seine Holde: "Was häsch denn du für Auge?" Sie antwortet: "Des isch immer, wenn dä Frühling uffwacht." Doch dazu hier und jetzt nicht mehr, schließlich gibt es am heutigen Samstag zwei weitere Aufführungen der Komödie.

Was die Theatergruppe des SV Kirchzarten in der Regie von Martin Bräutigam am Vorabend des Dreikönigstages in vier Stunden präsentierte, war allerbeste Schauspielkunst. Eine Besucherin stellte gar fest: "Das hätten Schauspielprofis nicht besser auf die Bretter der Bühne gebracht." Die vielen lokalen Bezüge trugen zur Heiterkeit bei. Regisseur Bräutigam weiß, was er an seiner inzwischen seit vielen Jahren erprobten Laienschauspielertruppe hat: "Die können sich an einem solchen Abend, auch dank der Publikumsreaktionen, enorm steigern." Neben dem Einstudieren der Rollen kümmern sich die Schauspieler auch ums Bühnenbild und werden dabei liebevoll von Familienmitgliedern unterstützt.

Seit Mitte Oktober liefen die Vorbereitungen, Mitte Dezember fand die erste Probe auf der Bühne statt – und dann mit Ausnahme der Feiertage fast jeden Abend. "Bei der Aufführung", erklärt Martin Bräutigam, "leisten die Souffleusen Conny Bräutigam und Doris Decker Schwerstarbeit hinter der Bühne." Natürlich sei eine reibungslose Technik, von Werner Zängerle und Julius Kümmerle verantwortet, notwendig. Zum Wohlfühlcharakter des Theaterabends gehöre ebenso der von Isabell Kaindl und Carmen Iber organisierte Blumenschmuck im Saal. Fantastisch war auch die Arbeit der Maskenbildnerin Luisa Bräutigam vom Haarstudio Eliane. Nach drei Akten mit zwei Pausen brandete kurz vor Mitternacht rauschender Beifall als Dank zufriedener Theaterbesucher auf.

Gerd Lück
Badische-Zeitung vom 09.01.2016
 

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